Umweltmanagement – Standards mindestens halten, besser noch: erhöhen!

Unternehmen, Verbände und Behörden können sich den bewussten Umgang mit Ressourcen bescheinigen lassen: Seit 1993 gibt es in Deutschland und Europa das Umweltmanagementsystem EG-Öko-Audit-Verordnung (EMAS).

Mit EMAS verpflichten sich Firmen und Organisationen auf freiwilliger Basis, mithilfe eines Umweltmanagementsystems in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess ihre Umweltleistung über die bestehenden Rechtsvorschriften hinaus zu verbessern. Dabei ist ein hohes Maß an Kommunikation, Transparenz und Einbindung der Beschäftigten zu gewährleisten. Externe Gutachter überprüfen den Fortschritt.

grünes "Preisschild" mit Aufschrift "ISO 14001"; Foto: ferkelraggae, Fotolia.com

Daneben können sich Einrichtungen auch seit 1996 nach der internationalen Norm ISO 14001 zertifizieren lassen. Damit dokumentieren sie, ein Umweltmanagement-System eingeführt zu haben. Über innerbetriebliche Reduktionsziele für die verursachten Umweltbelastungen oder Erfolge muss hierbei allerdings keine Rechenschaft gegenüber der Öffentlichkeit abgegeben werden.

Umweltmanagement-Zertifikate guter erster Schritt

ISO 14001 und noch mehr die EMAS-Zertifikate sind ein wichtiger Schritt in Richtung Umweltfreundlichkeit von Unternehmensabläufen. Über die Umweltverträglichkeit von Endprodukten oder deren Emissionen treffen die Zertifikate allerdings keine Aussage.

So ist es zwar richtig und wichtig, wenn Automobilkonzerne und ihre Beschäftigten z.B. Vereinbarungen zum Wassersparen eingehen. Rollen aber am Ende des Tages Pkw mit einem CO2-Ausstoß von 140 g/km und mehr vom Band, dann dürfen EMAS & Co. nicht als öffentlichkeitswirksames "grünes Mäntelchen" für die Unternehmen herhalten.

Umweltverbände drängen auf Verbesserungen im Normungsausschuss

Unabhängig davon ist das Ziel der KNU-Umweltexpertinnen und -experten im Normungsausschuss, das Qualitätsniveau der Umweltmanagement-, Audit- und Zertifizierungsnormen zu sichern und nach Möglichkeit so weit wie möglich anzuheben.

Neben der ISO 14001 diskutiert der Ausschuss auch Fragen zu Ökodesign (ISO 14006) und Umweltleistungsindikatoren (ISO 14031). Erstere sind insbesondere für die Umsetzung der europäischen Ökodesign-Richtlinie relevant.

Außerdem wird hier das gesamte Zertifizierungs- und Akkreditierungswesen berührt. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Normen: Zum einen die ISO 19011, ein Leitfaden zur Auditierung von Managementsystemen.Zum anderen kommt hier die ISO 17021 zum tragen, in welcher Anforderungen an Stellen, die Managementsysteme auditieren und zertifizieren, festgeschrieben sind.

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