Normung der Nanotechnologie: Damit der Nano-Traum nicht zum Alptraum wird

Alles Nano? In Funktionskleidung, in Verpackungen, in Kosmetika und auch in der Nahrung –  immer öfter kommen Nanopartikel zum Einsatz. Risiken und Nebenwirkungen der "Nanotechnologie" sind bislang jedoch nicht ausreichend erforscht. So sind selbst viele grundlegende Mess- und Berechnungsverfahren der jungen Disziplin erst im Entwicklungsstadium. Verlässliche Aussagen über die Auswirkung der Nanotechnologie auf den Menschen und die Umwelt können daher noch nicht getroffen werden.

Wortwolke Nanotechnologie; Grafik: XtravaganT, Fotolia.com

Nano-Normungsausschuss definiert neue Welten

Dementsprechend steht im Normenausschuss Nanotechnologie (NA 062-08-17 AA) regelrecht Pionierarbeit an. Denn es gilt, Standards für den gesamten Bereich der neuen Technologie zu entwickeln: geeignete Prüfverfahren, Gesundheits- und Umweltaspekte sowie Werkstoffspezifikationen für den Einsatz der Kleinstpartikel. Selbst derzeit verfügbare Mess- und Berechnungsverfahren befinden sich teilweise noch im Entwicklungsstadium und müssen erst Evaluierungsprozesse durchlaufen.

Die Diskussionen um Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutzaspekte für nanostrukturierte Prozesse, Verfahren und Produkte orientieren sich dabei an den bislang bekannten physikalischen und chemischen Praktiken.

Sicherheit muss Vorrang vor Gewinnstreben haben

Die Interessensgemeinschaft der Industrie ist dabei bemüht, den Handlungsspielraum für Hersteller von Nanoprodukten auszubauen, die Kosten für den Einsatz der Nanotechnologie (z.B. durch aufwändige Prüfverfahren) gering zu halten und damit ihre Wettbewerbsposition auf dem Weltmarkt zu verbessern. Dies darf jedoch nicht mit einem Absenken von Schutzstandards einhergehen.

Wie können die Auswirkungen von "Nano" richtig gemessen werden?

Die Expertinnen und Experten der Umweltverbände stellen im Normungsverfahren vor allem die in der Nanoproduktion gängigen Mess- und Berechnungsverfahren auf den Prüfstand: Sind sie geeignet, die Umwelt- und Gesundheitsrisiken, die von den Partikeln ausgehen können, ausreichend zu erfassen? Brauchen wir weitere Analysemethoden, um die Auswirkungen der neuen Technologie zu erkennen?

Nur auf dieser Grundlage kann die Belastung durch nanostrukturierte Produkte real erfasst, können ihre Auswirkungen ermittelt und sinnvolle Grenzwerte und Standards für die Anwendung von Nanotechnologie festgelegt werden.

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